Roboter im Karlspark – das IT-Start-up Daedalus vereint KI-basierte Software mit dem traditionellen Maschinenbau

Herr Lander, mit welcher Idee wurde Daedalus im Jahr 2020 gegründet?
In Deutschland herrscht nach wie vor ein enormer Fachkräftemangel. Gleichzeitig läuft vieles in der Produktion noch nicht digitalisiert ab und besonders im Bereich der Robotik gibt es hierzulande großen Nachholbedarf. Menschlicher Input wird überall benötigt – das wollen wir mit einer vollautomatischen Fertigung ändern. Unser GründerJonas Schneider war zuvor bei einem auf KI spezialisierten Unternehmen tätig und entwickelte dort unter anderem eine Roboterhand, die eigenständig den Zauberwürfel löst. Dieser Wunsch, den Ist-Stand der Robotik aus dem Silicon Valley nach Deutschland zu bringen, stand hinter der Gründung von Daedalus. Oder anders gesagt: Bei uns verbinden sich KI-Technologie und Softwareentwicklung aus dem Silicon Valley mit dem traditionellen und hochpräzisen Maschinenbau in Süddeutschland.
Produktionsunternehmen benötigen in der Regel viel Platz. Wie nutzen Sie Ihre Flächen im Karlspark?
Als Lohnfertiger produzieren wir für unsere Kunden individualisierte Bauteile unterschiedlichster Größen und aus den verschiedensten Materialien. Dadurch haben wir den kompletten Prozess selbst in der Hand – benötigen allerdings dementsprechend weiträumige Flächen. Deshalb haben wir nach nur einem halben Jahr Mietdauer unsere Hallengröße in Form eines Green-Lease-Vertrags verdoppelt. BEOS ist uns dabei sehr entgegengekommen und hat als Vermieter die Flexibilität gezeigt, die wir als junges Wachstumsunternehmen auch brauchen. Neben den Hallenflächen gibt es bei uns aber auch Büro- und Loungebereiche, denn wir haben zahlreiche Herausforderungen, die unsere IT- und Fertigungsspezialisten gemeinsam lösen müssen. Das geht nur im gemeinsamen Dialog.
Wie lautet Ihre Vision – für das Unternehmen Daedalus genau wie für die Fabrik von morgen?
Wir sind mit der klaren Vision angetreten, die ersten vollkommen autonomen Fabriken der Welt zu errichten, in denen die Ingenieurskunst zur reinen Kreativarbeit wird und die Maschinen lediglich überwacht werden müssen. Gewissermaßen ist unsere Fläche im Karlspark also ein Pilotprojekt für die Zukunft. Doch selbst das gängige Verständnis von einer Fabrik möchte ich kritisch hinterfragen: Im Maschinenbau gibt es unendlich viele Synergiepotenziale und die Möglichkeit zur vertikalen Integration, also einer Erhöhung der Fertigungstiefe. In unserem Segment der Zerspanungstechnik und der Präzisionsbauteilfertigung arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, welche dieselben Flächen und teilweise dieselben Produktionsmittel benötigen wie wir. Warum sollte es also nicht möglich sein, eine Art Industriepark zu entwickeln, wo Unternehmen über die eigenen Firmengrenzen hinaus zusammenwirken, sich jeder mit jedem die Produktionsmittel teilt und die Kooperation im Mittelpunkt steht? Wenn dieser dann auch noch energieautark funktioniert, kann ich mir für junge Ingenieurinnen und Ingenieure eigentlich gar kein attraktiveres Arbeitsumfeld vorstellen.